Wofür eignen sich Zypressengewächse?

Die vielen Vertreter der Zypressengewächse, hier speziell die Echten Zypressen (Cupressus) und die Scheinzypressen (Chamaecyparis), sind in Wuchs, Habitus, Farbe und Höhe sehr verschieden, weshalb sich für fast jeden denkbaren Verwendungszweck in unseren Gärten einige besonders geeignete Sorten finden. Ihnen allen ist jedoch die vergleichsweise geringe Winterhärte gemeinsam, weshalb sie bevorzugt an geschützten Standorten auszupflanzen sind.

Diese zu den Nadelhölzern zählenden Gewächse werden wegen ihrer schuppenartigen Nadeln häufig mit den Thujen verwechselt, und ähnlich wie jene eignen sich viele ihrer Sorten sowohl zur Auspflanzung als Solitär als auch zur Anpflanzung von Hecken, die sie durch ihren schnellen und dichten Wuchs zügig zu einem blickdichten Sichtschutz werden lassen.

Die Höhe einer solchen Hecke kann durch einen Rückschnitt, den die Zypressengewächse gerne vertragen, auf praktisch jedem Niveau gehalten werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass diese Gehölze sehr wuchsfreudig sind und in wenigen Jahren beträchtliche Höhen erreichen können, wenn sie nicht regelmäßig wenigstens einmal pro Jahr gestutzt werden. Dies gilt ganz besonders für die äußerst schnellwüchsige Bastardzypresse (Cupressocyparis Leylandii), eine Hybride aus der Monterey-Zypresse (Cupressus macrocarpa) und der Alaska-Zeder (Callitropsis nootkatensis). Sie wächst so ungestüm, dass sie im Frühjahr und im Spätsommer zu schneiden ist, damit sie nicht unkontrolliert wuchert.

Die vom Mittelmeer stammenden Echten Zypressen (Cupressus sempervirens) können zwar ebenfalls eine Hecke bilden, sie werden jedoch wegen ihres schönen Wuchses meist als Solitär gepflanzt und verleihen dem Garten mit ihren schlanken, hohen Säulen einen wundervollen mediterranen Touch, besonders wenn sie in Gruppen oder Reihen, zum Beispiel entlang einer Auffahrt oder an einem Grillplatz, angepflanzt werden. Auch zu den strengen Formen moderner Architektur passen sie hervorragend. Leider ist gerade diese besonders elegante Sorte auch sehr anfällig für Frosteinwirkung, weswegen sie bei uns selten in ihrer ganzen Schönheit, die sie erst mit einer gewissen Höhe erreicht, zu sehen ist. In der Toskana ist sie hingegen von kaum einem Gehöft wegzudenken. Ihren Beinamen "Trauerzypresse" hat sie erhalten, da sie wegen ihres strengen Habitus früher wie heute gerne auf Friedhöfen gepflanzt wird.

Als Solitäre eignen sich auch die Arizona-Zyresse (Cupressus arizonica) mit ihren blaugrünen Nadeln und dem etwas eiförmigen Wuchs sowie die verschiedenen Sorten der Scheinzypressen, hier besonders Chamaecyparis lawsoniana mit ihren flacheren Zweigen und ihrem meist kegelförmigen Wuchs, die es in vielen verschiedenen Farben gibt. Besonders beliebt sind gelbe Varianten, wie etwa die leuchtend goldgelbe Chamaecyparis Optusa Crippsii, die mit ihrem buschigen, breit ausladenden Wuchs einen wunderbaren farblichen Kontrapunkt zum Grün des Gartens setzt.